Best of Suite vs. Best of Breed

Best of Suite vs. Best of Breed: Welche Vor- und Nachteile bietet die eierlegende Wollmilchsau?

Eva Harmeling Content Creator
  • Eva Harmeling
  • 21.01.22
  • 8 Minuten Lesedauer

Alles aus einer Hand? Klingt erst einmal praktisch. Doch ebenso wie die sprichwörtliche eierlegende Wollmilchsau ihre Fans hat, erfreut sich auch das gegenteilige Konzept vieler Einzel-Tools großer Beliebtheit. Best of Suite vs. Best of Breed, diese Frage scheidet die Geister seit Jahrzehnten. Eine klare Antwort darauf, für welchen Ansatz man sich entscheiden sollte, gibt es nicht. Jedes Software-Setup hat seine Vorteile und Nachteile. Das wiederum wirft allerdings die Frage auf, aus welchen Gründen man sich für das eine oder das andere entscheiden sollte. Wir versuchen, Best of Suite vs. Best of Breed auf den Grund zu gehen.

Best of Suite vs. Best of Breed: die ewige Frage

Die ersten Suite-Lösungen haben ihren Ursprung in den 70er-Jahren und boten damals eine revolutionäre Idee: möglichst viele Anwendungen in einem übergeordneten Management-Tool zu vereinen. Die Idee des Best of Breed (also je einem spezifischen Tool für jede Business-Anforderung) erlebte hingegen ihren Aufschwung in den 90er-Jahren und ließ Best of Suite erst einmal alt aussehen. Denn mit dem Technikfortschritt und dem Aufschwung des Internets und Cloud-basierten Anwendungen gewann der Multi-Tool-Ansatz an Reiz, für jede Aufgabe die bestmögliche Anwendung ihres Genres zu finden. Und natürlich drängten sich in dieser Phase viele neue Tools auf den Markt. Auch, wenn das in der Umsetzung und Implementierung innerhalb von Unternehmen erst einmal Aufwand bedeutete, versprach Best of Breed Höchstleistungen in allen Bereichen.

Das Platzen der sogenannten „Internetblase“ (Tipp: bei Capital gibt es einen spannenden Artikel zum Auf- und Untergang der New Economy) im Jahr 2000 zog auf diesem Erfolgszug dann erst einmal die Notbremse. Investor:innen sprangen ab, Start-ups gingen unter oder wurden aufgekauft und etablierte Software-Riesen aus einer Hand erschienen in einem neuen, sicheren Licht – vorerst, denn der Multi-Tool-Gedanke blieb. Seitdem sorgt die Frage nach Best of Suite vs. Best of Breed für Diskussionen bei Entscheidungsträger:innen und Projekt-Teams.

Digitalisierung erleichtert Finanz-Teams ihre Arbeit

Speziell im Finanzbereich wird die Digitalisierung ein immer wichtigerer Punkt: Finanzverantwortliche und Buchhalter:innen verlassen nicht erst mit Homeoffice und zunehmender flexibler Arbeit immer mehr die klassische Papier- und Ordnerarbeit und Excel-Sheets. Stattdessen werden Prozesse wie die vorbereitende Buchhaltung automatisiert, ein durchdachtes „Finance Tech Stack“ liefert schnell und sinnvoll Insights und Reportings und der digitale Austausch von Daten sorgt idealerweise für den vollen Überblick.

CFOs und Finanzverantwortliche sollten daher wissen, in welche Tools es sich zu investieren lohnt und wie das für Software vorgesehene Budget priorisiert werden soll. Die Ansprüche an die verschiedenen Anwendungen hängen dabei natürlich nicht nur vom Sektor, sondern auch von Größe und Business-Zielen ab.

Auch beim „Finance Tech Stack“ bleibt also die Frage: Best of Suite vs. Best of Breed? Wir haben im Folgenden mal aufgeschlüsselt, welche Vor- und Nachteile die jeweiligen Lösungen mitbringen.

Vorteile einer Best of Breed Lösung

  • Personalisierung der Software auf interne Arbeitsprozesse: Jeder Bereich und jedes Team kann für sich die jeweils beste Lösung implementieren
  • Risikominimierung: Bei einem technischen Ausfall der Software behalten Unternehmen eine größere Unabhängigkeit, als bei einer Best of Suite Lösung. Vielleicht erinnern Sie sich noch an den Totalausfall bei Meta, ehemals Facebook (und somit auch Instagram und Whatsapp)? Damals hatte sich Facebook quasi selbst aus seinem System ausgesperrt – und da innerhalb des Unternehmens alles zentralisiert ist, gab es keine Hintertür, durch die sie wieder ins System hineinkamen, um den Fehler zu beheben.
  • Ein Best of Breed Setup gibt Ihnen mehr Flexibilität, als wenn alle Tools von nur einem Anbieter kommen
  • Schnelle Implementierung der einzelnen Tools: Durch Zubuchungen oder Abstoßen einzelner Tools können Sie schnell reagieren und sich an neue Marktgegebenheiten anpassen

Nachteile einer Best of Breed Lösung

  • Der offensichtlichste Nachteil: Bei Software verschiedener Anbieter können die Tools gegebenenfalls nicht reibungslos miteinander verzahnt werden
  • Eine niedrige Schnittstellenoptimierung kann den Austausch von Daten zwischen den Tools kompliziert gestalten und die Fehleranfälligkeit erhöhen
  • Viele Tools erfordern auch viel Koordinations- und vor allem Schulungsaufwand zwischen Mitarbeiter:innen und Anbietern
  • Der Kostenfaktor insgesamt ist tendenziell hoch durch die Vielzahl von Lizenzen

Best of Suite: Vorteile der eierlegenden Wollmilchsau

  • Der Best of Suite Ansatz liefert eine ganzheitlich gedachte Produktlösung (dennoch sind weitere Add-ons möglich, wo nötig)
  • Dieser holistische Ansatz sorgt für eine „technische Ausgeglichenheit“ (anders als bei einem spitzen Themenschwerpunkt, zu dem dann andere Komponenten nachträglich dazu gebaut werden), ein gutes Zusammenspiel der einzelnen Komponenten und eine leichte Bedienbarkeit. So gelingt meist auch die einfache Zusammenarbeit über Teams hinweg
  • Eine Software aus einer Hand fordert weniger Schulungsaufwand bei den Mitarbeiter:innen
  • Ein:e Ansprechpartner:in auf Software-Seite sorgt für leichte Kommunikation und Lösung bei Problemen sowie Vertragsverhandlungen

Nachteile von Best of Suite

  • Der Vorteil, dass alles aus einer Hand kommt, kann auch einen Nachteil mit sich bringen: Die Integration von unabdingbaren Einzel-Tools in die holistische Suite-Lösung ist gegebenenfalls nicht möglich oder sehr umständlich. Das kann für Teams, die auf spezielle Software angewiesen sind, die gesamte Funktionalität von Best of Suite mindern
  • Je breiter das Themengebiet, das Best of Suite abdecken möchte, desto „lauwarmer“ kann die Angelegenheit werden – denn eine Suite liefert selten für alle Teilbereiche ein Hero-Produkt
  • Auch der Sicherheitsaspekt ist zu bedenken: Eine Sicherheitslücke kann im Ernstfall gleich das gesamte System betreffen
  • Eine Kosten-Nutzen-Rechnung lohnt sich: Bezahlen Sie langfristig für Integrationen der Best of Suite, die nicht genutzt werden? Kann die Software so mitwachsen, wie Ihre Firma es benötigt?

Fazit Best of Suite vs. Best of Breed Lösung: Ergibt die eierlegende Wollmilchsau überhaupt Sinn?

Wir finden: Ja! Denn auch, wenn es sehr verlockend ist, sich den jeweiligen Ferrari unter den Tools in die entsprechenden Abteilungsgaragen zu stellen: Das Prinzip der eierlegenden Wollmilchsau kann durchaus Sinn ergeben, nämlich dann, wenn mit der Best of Suite Lösung ein gleichartiger Themenbereich abgedeckt ist. Die Fragen, die man sich zur Entscheidungsfindung stellen muss, lauten also: Welche Prozesse habe ich? Und wo sind diese Prozesse gleich bzw. in welchem Bereich werden die gleichen Daten verarbeitet?

In der Diskussion Best of Suite vs. Best of Breed kann die eierlegende Wollmilchsau also das Spiel für sich entscheiden dort, wo viele gleichartige Prozesse ablaufen. Zum Beispiel im Bereich Finanzen auf Kreditorenseite. Anstatt verschiedene Tools zu haben etwa für Eingangsrechnungen, Reisekostenabrechnungen und Auslagen von Mitarbeitenden sowie Firmen-Kreditkarten, kann ein holistisches Finanzbetriebssystem alle Bedürfnisse sinnvoll vereinen und so ein gutes Gesamtbild der Ausgaben abbilden. Das macht es nicht nur einfacher, die Finanzen einer Periode im Blick zu behalten, auch die Buchhaltung wird dadurch im gleichen Schritt automatisiert und somit einfacher.

Sie möchten zu diesem Beispiel vielleicht einwerfen: Was ist mit dem Prozess auf Debitoren-Seite? Dort stellt man sich ganz andere Fragen – die Daten sollten für einen optimalen Workflow also in einem anderen Tool verarbeitet werden und müssen nicht zwangsweise in die Kreditoren-Software mit einfließen. Das Bindeglied zwischen Debitoren und Kreditoren kann die Liquiditätsplanung  sein (die übrigens wunderbar als Teil einer Best of Suite Lösung funktioniert, wie ab Februar bei finway).

Fazit: Man muss sich nicht gleich unternehmensweit für Best of Suite vs. Best of Breed entscheiden. Vielmehr ist es sinnvoll, die Bedürfnisse einzelner Abteilungen zu beleuchten, Prozesse zu identifizieren und Synergien dort zu nutzen, wo es sinnvoll ist. So kann man gleiche Vorgänge automatisieren, Daten zusammenfassen und weiß dank klarer Reportings immer, wie der Hase (oder die eierlegende Wollmilchsau) läuft.

Schnelle und einfache vorbereitende Buchhaltung

Ein Best of Suite Ansatz auf Prozessebene (um beim Beispiel finway zu bleiben 🤓) vereint wichtige Arbeitsabläufe in einem Tool, ohne dabei so starr zu werden wie ein abteilungsübergreifendes ERP als komplettes Betriebssystem.

  • finway als Best of Suite stoppt unnötige Medienbrüche zwischen Tools (z.B. durch Trennung von Karten und Ausgaben) und bietet perspektivisch durch die ständige Erweiterung der Prozessabdeckung eine stetig wachsende, aber immer holistisch gedachte Lösung (Spoiler: demnächst bieten wir auch Travel & Expense Management!)
  • finway ist als Lösung schnell out-of-the-box nutzbar, lässt sich aber von einfachen Anforderungen bis zu komplexeren, individuellen Prozessen einrichten und deckt so die Bedürfnisse von Finanz-Teams – gerade im Mittelstand – ideal ab
  • Durch eine Open API (coming soon, yay) lassen sich neben bereits vorhandenen Integrationen wie Datev und GetMyInvoices (ab 02/21) künftig individuell und flexibel weitere Tools an finway als Finanzbetriebssystem anbinden und Daten als CSV zur Weiterverarbeitung exportieren – so können Sie Best of Suite mit einzelnen „Best of Breed“-Favoriten kombinieren

Mit der richtigen Lösung können Sie also das Beste aus beiden Welten in Ihrem Unternehmen integrieren. Wenn Sie mehr über unsere eierlegende Wollmilchsau erfahren möchten, buchen Sie hier gerne eine unverbindliche finway Demo.

 

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