Ausgaben und Einnahmen

Im betrieblichen Rechnungswesen versteht man unter Ausgaben und Einnahmen eine betrieblich veranlasste Veränderung des Geldvermögens in einem Unternehmen. Als Ausgaben wird entweder ein Schuldenzugang oder ein Forderungsabgang bezeichnet. Aber aufgepasst! Eine Verringerung im Vermögen bedeutet nicht unbedingt eine Verringerung in liquiden Mitteln. Gegenteilig verhält es sich mit den Einnahmen, denn diese bedeuten Schuldabgänge und Forderungszugänge. Eine Ausgabe reduziert somit das Geldvermögen eines Unternehmens, während eine Einnahme es steigert.

Einnahme      vs.       Ausgaben

Schuld (+)                  Schuld (-)

Forderung (-)               Forderung (+)

Betriebliche Ausgaben und Einnahmen – was ist das denn eigentlich?

Ausgaben kennt jede:r im täglichen Leben. Doch was versteht man eigentlich unter den betrieblichen Ausgaben eines Unternehmens? Ganz einfach: Betriebliche Ausgaben setzen sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:

  • Auszahlungen (also Zahlungsmittel, die innerhalb einer Periode aus einem Unternehmen abfließen)
  • Zugängen von kurzfristigen Verbindlichkeiten
  • Abgängen von kurzfristigen Forderungen

Schauen wir uns doch mal ein Beispiel an, um das Konzept noch mehr zu veranschaulichen: Doktor Dieter kauft für sein Praxispersonal im Großhandel 100 Masken in bar. Solch eine Transaktion ist eine Ausgabe, und zwar in Form einer direkten Auszahlung.

Betriebliche Einnahmen hingegen setzen sich zusammen aus:

  • Einzahlungen (Zahlungsmittel, die während einer Periode zum Unternehmen zufließen)
  • Zugängen von kurzfristigen Forderungen
  • Abgängen von kurzfristigen Verbindlichkeiten

Bleiben wir bei der Praxis von Doktor Dieter. Dieser hat am Nachmittag einen langjährigen Freund als Patienten da. Freund Freddi hat jedoch leider sein Portemonnaie vergessen, weswegen er die Behandlungskosten nicht in bar an Dieter bezahlen kann. Dieter schreibt Freddi deswegen eine Rechnung. Obwohl das Geldvermögen der Praxis mit Behandlungsabschluss nicht zugenommen hat, ist eine Einnahme durch die aus der Rechnung resultierende Forderung entstanden.

Die Einkünfte

Einnahme oder doch Einkunft? Beide Begriffe klingen relativ ähnlich und werden deswegen auch fälschlicherweise oftmals verwechselt. Jedoch ist eine Einkunft das resultierende Net Volumen, wenn Einnahmen minus Ausgaben verrechnet werden.

Einkunft = Einnahmen – Ausgaben

Im deutschen Einkommensteuergesetz (EStG) sind 7 Arten von Einkünften zu finden. Nämlich Einkünfte aus…

  1. Gewerbebetrieb
  2. Land- und Forstwirtschaft
  3. Kapitalvermögen
  4. Verpachtung
  5. Arbeit
  6. nicht selbstständiger Arbeit
  7. Sonstige Einkünfte

Schon gewusst? Auf Einkünfte ist in Deutschland prinzipiell (Überraschung!) eine Einkommenssteuer zu zahlen. Allerdings sind auch einige Arten von Einkünften von dieser Steuer befreit, zum Beispiel ein Einkommen unter der Steuerfreibetragsgrenze.

Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR)

In der normalen (oder einfachen) Buchführung nutzt man die Einnahmen-Überschuss-Rechnung oftmals, um einen Überblick über die finanzielle Position eines Unternehmens zu bekommen. Dabei wird der Unternehmenserfolg (oder oben als Einkunft bezeichnet) aus der Subtraktion der Ausgaben von den Einnahmen gefunden.

Aufgepasst! Einnahmen und Ausgaben sind in der Buchführung nicht mit Ertrag und Aufwand zu verwechseln. Denn letztere beziehen sich auf eine Veränderung von nicht nur Geldvermögen, sondern prinzipiell allen wirtschaftlichen Leistungen eines Unternehmens. Weitere Informationen finden Sie im Artikel Erfolgskonten.

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