Ausgabenmanagement-Software im Vergleich_ Welche Lösung passt zu Ihrem Unternehmen

Ausgabenmanagement-Software im Vergleich: Welche Lösung passt zu Ihrem Unternehmen?

Norman Rohr, CEO finway
  • Norman Rohr
  • 10.03.26
  • 10 Minuten Lesedauer

Die Digitalisierung der Finanzprozesse ist für viele deutsche Mittelständler längst zur Notwendigkeit geworden. Wer als Geschäftsführer oder Finanzverantwortlicher eines Unternehmens mit 1 bis 50 Millionen Euro Umsatz nach einer passenden Lösung sucht, steht oft vor einer schwierigen Entscheidung: Der Markt für Ausgabenmanagement-Software ist unübersichtlich geworden.

Namen wie Spendesk, Moss, Pleo oder Payhawk versprechen, Ihre Finanzprozesse zu revolutionieren. Doch was braucht Ihr Unternehmen wirklich? Besonders, wenn Sie noch kein großes ERP-System im Einsatz haben und Ihre Prozesse vor allem auf die Zusammenarbeit mit dem Steuerberater – etwa über DATEV – ausgerichtet sind?

  • Der häufigste Fehler bei der Softwareauswahl ist die Fokussierung auf ein einzelnes Feature, wie eine ansprechende App oder attraktive Cashback-Konditionen. In der Buchhaltung zählen am Ende jedoch Prozesssicherheit, Transparenz und Effizienz.

Dieser Artikel verschafft Ihnen Klarheit. Wir vergleichen die führenden Anbieter sachlich und zeigen, worin sich die Lösungen unterscheiden – und warum ein ganzheitlicher Ansatz oft mehr Wert schafft als eine spezialisierte Einzellösung.

Das Problem: Fragmentierte Finanzprozesse

Viele mittelständische Unternehmen kämpfen mit zersplitterten Abläufen in der Finanzabteilung. Häufig existieren verschiedene „Inseln“, die kaum miteinander verbunden sind:

  1. Rechnungseingang: Rechnungen treffen per E-Mail oder Post ein und durchlaufen manuelle Prüf- und Freigabeprozesse.
  2. Mitarbeitendenausgaben: Mitarbeitende nutzen Firmenkreditkarten der Hausbank, legen Ausgaben privat aus oder arbeiten mit Bargeld. Am Monatsende fehlt oft der Überblick.
  3. Vorbereitende Buchhaltung: Die Buchhaltung muss mühsam Belege und Rechnungen zusammentragen, um sie für den Steuerberater aufzubereiten.

Zahlreiche Software-Lösungen konzentrieren sich auf nur einen dieser Bereiche. Die wahre Effizienzsteigerung liegt jedoch darin, diese Inseln zu einem durchgängigen Prozess zu verbinden – ohne die Komplexität eines vollwertigen ERP-Systems einzuführen.

Der Markt im Überblick: Wer bietet was?

Die Anbieter für Ausgabenmanagement lassen sich nach ihrem ursprünglichen Schwerpunkt kategorisieren. Auch wenn viele ihr Funktionsspektrum erweitert haben, bleibt der Kernfokus oft erkennbar.

1. Fokus auf Firmenkarten und Spend Management

Anbieter wie Pleo, Moss und Payhawk haben ihre Wurzeln im Bereich der Firmenkreditkarten.

Pleo: Bekannt für hohe Benutzerfreundlichkeit. Pleo macht es Mitarbeitern sehr einfach, Ausgaben per Karte zu tätigen und Belege per App zu erfassen. Die Plattform eignet sich besonders für Teams, bei denen unkompliziertes Bezahlen im Vordergrund steht. Rechnungsverarbeitung ist mittlerweile möglich, allerdings noch mit weniger Funktionalität als bei spezialisierten Lösungen.

  • Integration zu NetSuite, MS Dynamics

Moss: Positioniert sich als umfassende Plattform für Ausgabenmanagement, mit starkem Fokus auf Kreditkarten mit hohen Limits und Cashback-Optionen. Das Tool richtet sich häufig an schnell wachsende bzw größere Unternehmen mit hohem Volumen an Kartenzahlungen.

  • Integration für SAP B1 & R/3, NetSuite, MS Business Central, Kreditkarten

Payhawk: Zielt auf international agierende und größere Unternehmen, die komplexe Strukturen über mehrere Länder und Währungen hinweg verwalten müssen. Multi-Entitäten-Verwaltung und tiefe ERP-Integrationen sind zentrale Merkmale der Plattform.

Die Einschränkung für traditionelle KMUs: Diese Tools sind hervorragend im Management von Kartenzahlungen. In vielen deutschen KMUs machen diese jedoch nur einen kleinen Teil der Gesamtausgaben aus. Der Großteil besteht aus klassischen Eingangsrechnungen, die per Überweisung bezahlt werden – ein Bereich, der nicht der historische Schwerpunkt reiner Kartenlösungen ist.

2. Fokus auf Rechnungsfreigabe

Hier sind Anbieter wie Candis und Flowers Software angesiedelt.

Candis: Die Lösung kommt ursprünglich aus dem Dokumentenmanagement-Bereich und automatisiert vor allem den Prozess der Rechnungsfreigabe und den Datenexport zu DATEV. Die Lösung ist ein starkes Werkzeug zur Optimierung der Kreditorenbuchhaltung. Allerdings bietet Candis im Vergleich zu All-in-One-Plattformen keine eigene Bankanbindung an – Zahlungen erfolgen also ausschließlich per SEPA-XML-Export oder die Firmenkarten.

  • Integration für SAP B1, MS Business Central & Sage 100, Dokumentenmanagentsystem

Flowers Software: Ein flexibles Prozess-Tool, das weit über die Finanzbuchhaltung hinausgeht. Die Stärke liegt in der individuellen Gestaltung von Workflows, was es für Unternehmen mit sehr spezifischen Prozessanforderungen interessant macht. Diese Flexibilität bringt aber Limitationen vor allem bei buchhalterischen Kernaufgaben, wie zum Beispiel der essentiellen Vorkontierung von Rechnungen, mit sich.

3. Die All-in-One-Plattformen

Anbieter wie Spendesk und finway verfolgen das Ziel, den gesamten Prozess von der Bestellung über die Karte und Rechnung bis zur Zahlung abzudecken.

Spendesk: Als etablierter Anbieter aus Frankreich bietet Spendesk einen breiten Funktionsumfang, der sowohl Karten als auch Rechnungen umfasst. Die Lösung eignet sich vor allem für mittlere bis große Teams in internationalen Unternehmen, die eine zentrale Plattform suchen, ist damit aber auch erheblich komplexer in der Einrichtung. Im Gegensatz zu anderen Anbietern ermöglicht Spendesk keine Anbindung von Drittbanken, sondern bietet im Rahmen seiner eigenen europäischen Banklizenz SEPA-Zahlungen über die Plattform-interne Wallet.

finway: Als deutsches Unternehmen wurde finway speziell für die Anforderungen des Mittelstands entwickelt. Der Fokus liegt darauf, den gesamten Purchase-to-Pay-Prozess in einer einzigen Lösung abzubilden – von der Bedarfsanforderung über den mehrstufigen Freigabeprozess der Bestellung oder Rechnung bis zur finalen Bezahlung und Verbuchung. Das Unternehmen brilliert zudem mit gut erreichbarer Kundenbetreuung und Support.

Vergleichstabelle der Anbieter

Die Auswahl des richtigen Tools hängt von Ihren individuellen Prioritäten ab. Die folgende Tabelle bietet eine Orientierungshilfe für zentrale Bewertungsdimensionen:

AnbieterKundenfokusSchwerpunktFunktionsumfangPreis-LeistungBenutzerfreundlichkeit
finwayMittelständische UnternehmenEingangsrechnungen Reisekosten und Spesen Firmenkarten Bestellungen und LieferungenSehr hochSehr gutHoch
CandisMittelständische UnternehmenEingangsrechnungen FirmenkartenHochMittelHoch
MossSaaS-Unternehmen, größere Unternehmen, KonzerneFirmenkartenMittelMittelHoch
PayhawkGrößere, internationale UnternehmenEingangsrechnungen Reisekosten und Spesen FirmenkartenSehr hochHochpreisigHoch
PleoEuropäische SaaS-UnternehmenFirmenkartenGeringMittelSehr hoch
SpendeskGrößere, internationale UnternehmenFirmenkartenHochHochpreisigHoch

Diese Bewertung basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen der Anbieter sowie unabhängigen Vergleichsportalen und stellt eine generalisierte Einschätzung und persönliche Meinung des Autoren zum Zeitpunkt der Artikel dar.

Warum finway einen anderen Weg geht

Für ein mittelständisches Unternehmen ohne eigenes ERP-System ist die künstliche Trennung von „Kreditkartenausgabe“ und „Rechnungseingang“ oft ineffizient. Der wahre Hebel liegt darin, alle Ausgaben auf einer Plattform zu bündeln.

Hier positioniert sich finway mit spezifischen Stärken, die auf die Bedürfnisse deutscher KMUs zugeschnitten sind:

1. Echte All-in-One-Lösung für den gesamten Prozess

Während viele Anbieter entweder bei Karten (Pleo, Moss) oder bei Rechnungen (Candis) ihre Stärken haben, vereint finway beides gleichwertig und geht noch einen Schritt weiter:

  • Ganzheitlicher Purchase-to-Pay-Prozess mit 3-Wege-Abgleich: Der Prozess beginnt bereits bei der Bedarfsanforderung und Bestellfreigabe (Purchase Orders). Bestellungen, Lieferscheine und Rechnungen werden automatisch auf Positionsebene abgeglichen.
  • Rechnungsverarbeitung: Eingangsrechnungen werden per KI-gestützter OCR ausgelesen, durchlaufen frei konfigurierbare, digitale Freigabeprozesse und können – ein entscheidender Vorteil – direkt aus dem Tool bezahlt werden.
  • Zahlungsmethoden: Gleichzeitig erhalten Mitarbeiter physische und virtuelle Debitkarten für Ausgaben unterwegs bzw. wiederkehrende Abonnements oder Einmalzahlungen.

Ihr Vorteil: Sie erhalten eine einzige „Source of Truth“ für Ihre Ausgaben und Kosten. Sie sehen nicht nur, was per Karte bezahlt wurde, sondern auch, welche Rechnungszahlungen demnächst anstehen.

2. Proaktive Budgetkontrolle und Liquiditätsplanung

Die meisten Tools bieten eine retrospektive Sicht auf Ausgaben. finway ermöglicht durch die integrierte Budgetplanung und die Anbindung von Bestellungen eine proaktive Steuerung. So können Sie Budgets in Echtzeit überwachen und kontrollieren, bevor eine Ausgabe getätigt wird. Für einen Finanzverantwortlichen im Mittelstand ist diese Vorausschau entscheidend, um finanzielle Überraschungen am Monatsende zu vermeiden.

3. DATEV-Integration und GoBD-Konformität für deutsche Standards

Als deutsches Unternehmen ist finway auf die Besonderheiten der hiesigen Buchhaltung spezialisiert. Die vorbereitende Buchhaltung wird so aufbereitet, dass der Datenexport zu DATEV Unternehmen online oder über den Rechnungsdatenservice 1.0 reibungslos funktioniert. Dies reduziert den manuellen Aufwand für Ihren Steuerberater und senkt Ihre Kosten.

Dank GoBD sind Ihre digitalen Buchhaltungsprozesse revisionssicher – die nächste Betriebsprüfung verliert Ihren Schrecken.

Entscheidungshilfe: Welches Tool für welchen Bedarf?

Um die Auswahl zu erleichtern, hier eine Orientierungshilfe basierend auf Ihrem primären Anwendungsfall:

  • Wählen Sie Pleo oder Moss, wenn Ihr Hauptproblem darin besteht, Mitarbeitern unkompliziert Firmenkarten bereitzustellen, und Sie einen Großteil Ihrer Ausgaben über Kartenzahlungen tätigen (z.B. für Online-Marketing oder SaaS-Abonnements).
  • Wählen Sie Candis, wenn Sie ausschließlich den Freigabeprozess für Eingangsrechnungen digitalisieren möchten und ein Dokumentenmanagementsystem benötigen.
  • Wählen Sie Payhawk oder Spendesk, wenn Sie ein international agierendes Unternehmen mit komplexen Multi-Entitäten-Strukturen sind und tiefe ERP-Integrationen benötigen.
  • Wählen Sie finway, wenn Sie als klassisches KMU den gesamten Finanzprozess von der Bestellung bis zur Bezahlung professionalisieren möchten. Wenn Sie sowohl Eingangsrechnungen per Überweisung zahlen als auch Mitarbeiter mit Karten ausstatten wollen und dabei Wert auf proaktive Budgetkontrolle, direkte Bankanbindung und eine DATEV-Schnittstelle legen.

Fazit: Denken Sie in Prozessen, nicht nur in Funktionen

Wie Anfangs schon erwähnt:

Der häufigste Fehler bei der Softwareauswahl ist die Fokussierung auf ein einzelnes Feature, wie eine ansprechende App oder attraktive Cashback-Konditionen. In der Buchhaltung zählen am Ende jedoch Prozesssicherheit, Transparenz und Effizienz.

Für deutsche KMUs ohne komplexes ERP-System ist die Konsolidierung von Finanzdaten das wichtigste Ziel. Eine Lösung wie finway, die Rechnungsmanagement, Zahlungsverkehr, Firmenkarten und Budgetierung auf einer Plattform vereint, schafft genau diese notwendige Transparenz. Sie befreit die Finanzabteilung von manueller Routinearbeit und gibt der Geschäftsführung die Kontrolle über die Unternehmensausgaben zurück.

FAQ:

  • Q: Was ist genau eine Ausgabenmanagement Software und warum ist sie für Unternehmen wichtig?
  • A: Eine Software für Ausgabenmanagement digitalisiert und automatisiert alle Prozesse rund um Unternehmenskosten – von der Rechnungsstellung über die Spesenabrechnung bis zur Zahlungsabwicklung. Sie ist essenziell, um Transparenz über alle Ausgaben zu schaffen, manuelle Fehler zu reduzieren und wertvolle Zeit in der Buchhaltung zu sparen. Für Unternehmen bedeutet dies eine verbesserte Kostenkontrolle, eine effizientere Finanzverwaltung und die Sicherstellung der Compliance. finway bietet eine solche Lösung, die Unternehmen dabei unterstützt, Ausgaben in Echtzeit zu verfolgen, Genehmigungsprozesse zu beschleunigen und die Liquidität stets im Blick zu behalten, was zu fundierteren Geschäftsentscheidungen führt.
  • Q: Wie unterscheidet sich finway von anderen Ausgabenmanagement-Lösungen auf dem Markt?
  • A: finway hebt sich als integrierte All-in-One-Lösung ab, die speziell auf die Bedürfnisse deutscher KMU zugeschnitten ist. Während viele Anbieter sich auf einzelne Aspekte wie Spesen oder Rechnungen konzentrieren, vereint finway Firmenkarten, Rechnungsmanagement, Ausgabenmanagement, Bestellmanagement und Budgetierung in einer einzigen, intuitiven Plattform. Dieser ganzheitliche Ansatz eliminiert Datensilos und den Bedarf an mehreren Softwarelösungen. Zudem legt finway großen Wert auf die nahtlose Integration in bestehende Buchhaltungssysteme wie DATEV und garantiert GoBD-Konformität, was für deutsche Unternehmen von entscheidender Bedeutung ist. Die einfache Bedienbarkeit und der Fokus auf Automatisierung maximieren die Effizienz und ermöglichen Unternehmen, sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren.
  • Q: Welche spezifischen Funktionen bietet finway, um Rechnungs- und Ausgabenmanagement zu vereinfachen?
  • A: finway bietet eine Vielzahl von Funktionen zur Vereinfachung des Rechnungs- und Ausgabenmanagements. Dazu gehören digitale Belegverwaltung, automatisierte Belegerkennung und -zuordnung, sowie individualisierbare Genehmigungsworkflows. Unternehmen können digitale Eingangsrechnungen direkt in der Software bearbeiten und freigeben. Für Ausgaben stellt finway physische und virtuelle Firmenkarten bereit, mit denen Mitarbeiter flexibel und sicher Zahlungen tätigen können, während alle Transaktionen automatisch erfasst und den richtigen Kostenstellen zugeordnet werden. Eine mobile App ermöglicht es Mitarbeitern zudem, Belege unterwegs zu scannen und einzureichen, wodurch der gesamte Prozess von der Ausgabe bis zur Buchung erheblich beschleunigt wird.
  • Q: Ist finway für alle Arten von Unternehmen geeignet, insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU)?
  • A: Ja, finway wurde explizit für die Anforderungen kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU) entwickelt und ist ideal für Firmen jeder Größe, die ihre Finanzprozesse digitalisieren und optimieren möchten. Die Software bietet skalierbare Lösungen mit verschiedenen Preisplänen, die mit dem Wachstum eines Unternehmens mitwachsen. Ob ein Startup mit wenigen Mitarbeitern oder ein etabliertes KMU mit komplexeren Strukturen – finway passt sich den jeweiligen Bedürfnissen an. Die benutzerfreundliche Oberfläche und die schnellen Implementierungszeiten machen finway zu einer attraktiven Option für Unternehmen, die ohne großen Aufwand von den Vorteilen eines modernen Ausgabenmanagements profitieren möchten.
  • Q: Wie gewährleistet finway Datensicherheit und Compliance mit deutschen Vorschriften wie der GoBD?
  • A: Datensicherheit und Compliance sind für finway oberste Priorität. Die Software ist GoBD-konform konzipiert, was die ordnungsgemäße und unveränderliche Archivierung digitaler Belege sicherstellt und somit den Anforderungen des deutschen Finanzamtes entspricht. Alle Daten werden in sicheren deutschen Rechenzentren gespeichert und verarbeitet, was höchste Sicherheitsstandards und die Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) gewährleistet. Regelmäßige Sicherheitsaudits und Verschlüsselungstechnologien schützen sensible Unternehmensdaten vor unbefugtem Zugriff. Unternehmen können sich darauf verlassen, dass ihre Finanzdaten bei finway sicher sind und alle relevanten gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden.